Hausboot gekauft und nun? Wie das Hausboot zum Liegeplatz kommt!

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In einem der vorangegangenen Beiträge haben wir uns mit dem Problem des Liegeplatzes beschäftigt. Wir haben also einen Liegeplatz und da muss das Hausboot hin. Das kann auch ganz schön anstrengend sein.

hausboot gekauft der weg zum liegeplatz

1. Warum bauen wir nicht vor Ort?

Das ist schnell beantwortet. Nirgends hat man für den Bau bessere Bedingungen als in einer Werft. Materialien und Werkzeuge sind vorhanden, das Wetter bleibt draussen und wenn Fragen entstehen, hilft die Erfahrung des Vorarbeiters. In der Werft bauen heißt unter Laborbedingungen zu arbeiten und die Qualität stimmt. Das alles kann im Einzelfall fehlen, muss eventuell vor Ort nachbeschafft werden, Lieferungen und ausführende Unternehmen kommen nicht pünktlich und und und.

Bevor das Hausboot auf Reisen geht, besichtigen wir dieses gemeinsam mit dem Kunden. Sollte doch einmal ein Mangel auftreten, kann dieser noch vor Reiseantritt beseitigt werden.

2. Wie kommt das Boot zum Ziel?

Es sind Spezialtransporte, die von speziellen Fahrzeugen begleitet werden, alle haben sich schon einmal auf der Autobahn darüber geärgert, überholen ausgeschlossen und über dutzende Kilometer gelbe Rundumleuchten. Auf bestimmten Streckenabschnitten ist Polizeibegleitung vorgeschrieben. Diese beantragt man beim jeweiligen Landkreis. Beim floating 44 fahren wir mit 5,20 m Breite. Die Strecken werden vorher geprüft und abgefahren. Tagesbaustellen, die nicht angemeldet werden, behindern einen solchen Transport. Sie sind aber nicht die einzigen Ärgernisse. Letzte Woche wurde eine Polizeibegleitung für die letzten 40 km wegen Nebel abgesagt. So stehen dann zwei Hausboote auf Ihren Tiefladern mit einer Gesamtlänge von rund 56 m auf dem Parkplatz Peenetal A20 kurz vor der Abfahrt in Richtung Usedom.

Für uns bedeutet das, das Team für die Fertigmontage (Gangborde anschrauben, Reling montieren usw.) um einen Tag zu verschieben, ebenso den Kran. Nach ca. 700 km kommen die Hausboote dann an.

Bugterrasse

3. Montage vor Ort

Da das floating 44 eine Fertigbreite von 6 m hat, demontieren wir für den Transport die Gangborde. Ja, diese waren in der Werft bereits angeschraubt, damit sichern wir, dass vor Ort alles passt. Neben den Gangborden sind die Geländer (Reling) auf der Bugterrasse und dem Achterschiff zu montieren. Je nach Art der Befestigung des Bootes an Steg, wird diese jetzt am Boot vorbereitet und befestigt.

4. Kranen

Während wir montieren schlafen die Fahrer der Spezialtransporte in Ihren Kabinen. Nachdem wir die zwei eingetroffenen Hausboote fertig montiert haben, treten die Fahrer wieder in Aktion und positionieren das Boot minutiös unter dem Kran. Ein eigespieltes Team hat im Vorfeld den Kran mit einer H-Traverse bestückt. Diese verhindert, das Seitenwände und Dach vom Boot beschädigt werden.

Nun werden breite Gurte unter dem Boot durchgezogen und an den Kranhaken befestigt. Nach einem ersten vorsichtigen Anheben kann der LKW unter der Last wegfahren. Mehrere Personen sichern das Boot mit leinen, auch um es zum ins Wasser lassen in die richtige Position zu bringen. Jetzt geht alles recht fix. Schwimmt das Hausboot werden die Gurte gelöst und der Kranarm wird weggedreht. Ein Schlepper übernimmt längsseits die Hafenfahrt.

hausboot terrasse

5. Am Liegeplatz

Am Liegeplatz angekommen wird das Hausboot am Schwimmsteg genau positioniert und über das Koppelsystem mit dem Steg verbunden. Bei Wind ist das eine echte Herausforderung. Nach Fertigstellung der Kopplung schwimmen der Zugangssteg und das Boot auf gleichem Niveau, das heißt, beide auf oder ab, je nach Wasserstand. Wie im Blogbeitrag über den Liegeplatz beschrieben ist das Hausboot nun noch mit Wasser, Abwasser und Elektrizität zu versorgen. Dazu kommt ein Elektriker und ein Sanitärfachmann. Letzterer nicht nach Herstellen der Anschlüsse auch die Abwasserdruckpumpe in Betrieb und testet alles Funktionen vom Heißwasserboiler bis zum Geschirrspüler.

hausbootliegeplatz

6. Übergabe an den Kunden

Nachdem wir das Boot betriebsbereit gemacht haben, dazu gehören noch viele Dinge mehr (z.B. alle Türschließungen werden überprüft und ggf. nachgestellt). Ist vom Kunden ein Kamin geordert, so ist dieser ebenfalls zu testen, und davor haben wir die Ablufthaube auf dem Dach montiert. Das Boot wird noch einmal gereinigt und nun steht der Inbesitznahme durch den Kunden nichts mehr im Wege. Ein Mitarbeiter unserer Firma nimmt sich die Zeit und weist die Kundschaft in alle Funktionen des Hausbootes ein. Es sind zu allen Geräten auch Bedienungsanleitungen enthalten. Ebenso wie Wartungsverträge für Klimaanlage und Abwasserdruckpumpe.

Der Wunsch einiger Hersteller, dass das Boot online oder aus dem Katalog bestellt, ohne größeren Aufwand vom Eigner übernommen werden kann und erfolgreich z.B. an Urlauber vermietet werden kann. Halte ich für Fantasie mit unabsehbaren Folgen.

 

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Kontakt & Beratung
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Tel.: 030 91 902 002
Mail: info@floatinghouse.de

 


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