Was machen Sie mit dem Abwasser und ist der Kamin echt?

| Technik

Wenn wir Interessenten auf unseren Musterhäusern beraten oder ein Kundengespräch führen, dann ist die Anzahl der Fragen an die Technik groß. Das ist auch absolut nachvollziehbar, da bei einem schwimmenden Haus oder Hausboot, das Verständnis an technische Belange für unsere Kunden erst neu definiert werden müssen.

Da wir uns direkt auf dem Wasser befinden, ist Anforderung an die Haustechnik eine andere als zum Beispiel die an ein Ferienhaus an Land. Von der Abwasser- und Trinkwasserversorgung, Stromanschluss, TV bis hin zum Internet Anschluss, sind die Fragen auch von wesentlicher Bedeutung und es macht uns immer wieder Spaß und auch stolz, jede einzelne Frage detailliert zu beantworten. Stolz dahingehend, weil wir mit sehr viel Aufwand, technischen Know-how und viel Erfahrung, dieses doch recht komplexe Themenfeld gelöst und im Detail durchdacht haben. Nachfolgend möchten wir auf die aus unserer Sicht 5 wichtigsten Themen eingehen und diese beschreiben.

1. Trinkwasser- und Abwasser
2. Stromanschluss
3. TV und Internet
4. Technik im Haus/Hausboot
5. Befestigung Haus/Hausboot

Die Anforderungen an haustechnische Anlagen auf dem Wasser unterscheiden sich schon sehr zu denen an Land. Wind und Wellen bilden dabei dynamische Kräfte, die unbedingt berücksichtigt werden müssen. Das erfolgt im Rahmen der Erschließungsplanung, die wir für jeden Standort anfertigen. Die Planung beinhaltet z.B. die Auslegung der Trink- und Abwasserleitung, Projektierung der gesamten Elektroanlage, Berechnung der benötigten Pumpentechnik (Förderlänge und geodätische Höhe), Befestigung des Leitungsnetzes auf dem Seegrund, notwendige Schachtanlagen oder sogar ein notwendiges Zwischenpumpwerk an Land.

hebeanlage

Trink- und Abwasseranschluss

Mit Sicherheit die am meisten gestellte Frage und das auch zu Recht. Das grundlegende Bedürfnis Trinkwasser jederzeit und ganzjährig auch auf einem Hausboot oder schwimmenden Haus zur Verfügung zu haben, ist essenziell. Die Anforderungen an die Erschließung beider Medienleitung jedoch groß. Beginnend mit der „Äußeren Erschließung“ an Land, müssen im Vorfeld viele technische Punkte geklärt und abgestimmt werden. Mit den zuständigen Wasserwirtschaftsämtern, Stadtwerken oder Zweckverbänden werden bestimmte Leistungsgrenzen definiert.

Also wo werden an Land die Übergabepunkte für Trinkwasserschacht mit Zählwerk und der Abwasserschacht positioniert. Die beiden Medienleitungen werden an den meisten Standorten auf dem Seegrund frostfrei verlegt und durch die Hauseinführung von unten durch den Ponton an die schwimmenden Häuser oder Hausboote angeschlossen. Ein sensibler Punkt ist dabei stets der Übergang von Wasser zu Land. Hier muss ebenfalls Frostfreiheit gegeben sein und bereits während der Planungsphase berücksichtigt werden. Um ein Maximum an Sicherheit der Leitung und des Gewässers zu garantieren, werden Leckagesschutzsysteme für Trink- und Abwasser vorgesehen.

Stromanschluss

Ein ebenfalls wichtiger Punkt im Rahmen der Medienerschließung ist Energie. Es muss abgesichert sein, dass zu jeder Zeit ausreichend Strom für das schwimmende Haus oder Hausboot zur Verfügung steht. Dazu muss der Gesamtbedarf ermittelt werden und bei dem regionalen Energieversorger angemeldet werden.

Im Anschluss wird auch hier die Leistungsgrenze mit dem Versorger abgestimmt. Als Übergabepunkt gilt hier stets, die Wandlermesssäule an Land. Dort befindet sich die Hauptabsicherung und das Zählwerk. Der Leitungsverlauf von der Messsäule bis zum schwimmenden Haus oder Hausboot, wird ebenfalls auf dem Seegrund realisiert oder in montierten Leerrohren der Steganlage montiert.

Bei Standorten mit mehreren schwimmenden Häusern oder Hausbooten, wird zusätzlich ein Verteilerschrank auf der Steganlage montiert, um von dort aus die Verteilung der jeweiligen Anschlüsse zu organisieren und abzusichern

haustechnik schacht

TV- und Internetanschluss

Da die meisten unserer Anlagen in die touristische Feriennutzung übergehen, ist auch dieser Punkt ein wichtiger Teil der Erschließung. Allerdings gegenüber der beiden vorgenannt beschriebenen Medienanschlüsse ein eher einfacherer Part. Der Anschluss für TV wird über ein konzeptioniertes Satellitenverteilsystems geplant und ausgeführt. Die entsprechende SAT-Schüssel wird z.B. an die Spundwand des Hafens montiert oder an eine Dalbe der Steganlage und von dort verteilt. Die meisten Häfen haben bereits Internet anliegen. Hier nutzen wir dann das bestehende WLAN-Netz mit. Sollte es das nicht geben, greifen wir auf eine mobile Alternative zurück.

Technik im Haus/Hausboot

Um den Aufenthalt und Komfort so schön und angenehm wie möglich zu gestalten, ist das Hausboot oder schwimmende Haus mit allen technischen Mitteln ausgestattet, die benötigt werden. Das Temperieren erfolgt über eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Das auf dem Heck befindliche Außengerät speist die 3 Innengeräte (je Raum). Dabei kann sowohl im Winter geheizt werden, aber auch im Sommer gekühlt werden. Somit ist eine ganzjährige Nutzung abgesichert.

Auch dahingehend, da wie alle relevanten Punkte gemäß Wärmeschutzverordnung erfüllen. Die Trinkwassererwärmung erfolgt über einen ausgelegten elektrischen 80l Warmwasserspeicher. Das anfallende Abwasser entwässert frei in eine Abwasserhebeanlage. Diese pumpt das Abwasser über die Druckleitung an Land. Jedes Haus/Hausboot ist mit eigenem Zählwerk für Trinkwasser und Elektro ausgestattet. Speicher, Hauseinführung Medien, Pumpe, Sicherungskasten und Absperreinrichtungen sind in einem separaten Technikraum angeordnet. Jeder Raum ist mit Rauchmeldern ausgestattet.

Die im Standard eingebaute Küche ist mit allem bestückt, was benötigt wird. Vom Kühlschrank, Kombibackofen, Spüle, Geschirrspüler bis hin zum Kochfeld, fehlt es an nichts. Für das besondere Ambiente sorgt der gasbetriebene Kamin im Wohnzimmer des Hauses/Hausbootes. Hier können auch an kalten Tagen ganz besondere Stunden am flackernden Kamin mit Blick auf das Wasser verbracht werden.

kamin schwimmendeshaus

Befestigung Haus/Hausboot

Neben der Medienerschließung bzw. Haustechnik, ebenfalls ein wichtiger Punkt. Hier geht es um allgemeine Sicherheitsaspekte und diese bedürfen einer eindringlichen und fachgerechten Überprüfung. Um eine Aussage zum Befestigungssystem treffen zu können, muss in erster Linie der Standort mit seinen Anforderungen betrachtet werden. In welcher Region soll die Mobilie liegen (evtl. Ostsee)? Wird das Haus/Hausboot an eine Fest- oder Schwimmsteganlage befestigt? Liegen die schwimmenden Häuser/Hausboote vor oder im Hafen? Wie hoch ist der Tidenhub? Welche Windlastzone ist am Standort heranzuziehen? Welche Informationen ergeben sich aus dem Wind-Welle-Gutachten? Welche Vorgaben oder sogar schon Planungsergebnisse kommen vom Statiker bzw. Prüfstatiker?

Unser Befestigungssystem ist nicht pauschal gewählt, sondern ergibt sich aus einer Vielzahl an Vorgaben, Ergebnissen und Erfahrungen. Haben wir uns dem Grunde nach für eine Befestigungsvariante entschieden, beginnt nun eine doch recht aufwendige Planungsphase mit vielen Berechnungen. Hierbei arbeiten wir mit erfahrenen Ingenieurbüros zusammen, mit denen wir bereits einige Projekte gestemmt haben. Sobald die notwendige Statik erstellt wurde, wird diese zusätzlich durch einen Prüfstatiker kontrolliert und nachgerechnet. Erst wenn dieser seinen „Stempel“ unter die Planung setzt, kann unsere gewähltes Befestigungssystem zur Anwendung kommen.

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